By Matthias Richter, Klaus Hurrelmann

Noch immer gilt: Wer arm, wenig gebildet und beruflich schlecht gestellt ist, wird häufiger krank und muss früher sterben. Wie aber kann dieser Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit und Gesundheit erklärt werden? Welche Mechanismen und Prozesse liegen dem sozialen Gradienten in der Gesundheit zugrunde? Der Band bietet einen umfassenden Überblick über Theorien, Forschungsergebnisse und Implikationen für Politik und Praxis. Er führt in die aktuelle Diskussion soziologischer und gesundheitswissenschaftlicher Erklärungen gesundheitlicher Ungleichheit ein, stellt leading edge empirische Ergebnisse vor, diskutiert methodische Herausforderungen und zeigt Möglichkeiten auf, den Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit und Gesundheit zu verringern. Mit Beiträgen führender Sozial- und Gesundheitswissenschaftler aus dem Forschungsfeld stellt dieses Buch umfangreiche Informationen zum Verständnis und zur Reduzierung gesundheitlicher Ungleichheiten zur Verfügung.

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Die Soziologie ist als Wissenschaft zwar ein Kind der Moderne. Sie macht allerdings darauf aufmerksam, dass die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung oder eines relativ frühzeitigen Todes keineswegs nur eine Frage des individuellen Verhaltens ist. Die Morbiditäts- und Mortalitätsrisiken der Menschen sind auch ganz wesentlich von ihrer Stellung in gesellschaftlichen Strukturen geprägt, mehr als viele Menschen dies wahrhaben wollen. Diese Strukturen sind aber im Grunde von Menschen gemacht und daher auch veränderbar.

Wie jedermann am Beispiel des Rauchens selbst weiß, ermöglichen selbst Inkonsistenzen zwischen Bewusstsein und Verhalten keine sofortigen Verhaltensänderungen. Gleichwohl: Verglichen mit den übrigen Ebenen des vorgeschlagenen Modells sind die zuletzt genannten Kausalfaktoren noch am leichtesten und am billigsten beeinfluss- und änderbar. Das erklärt das hohe sozial- und gesundheitspolitische Interesse daran. 3 „Horizontale“ soziale Ungleichheiten und soziale Lagen Das Schichtungsgefüge bildet zwar das „Rückgrat“, stellt aber keineswegs die einzige Struktur sozialer Ungleichheit in modernen Gesellschaften dar.

B. a. erst im Zusammenhang mit bestimmten Arbeitsbelastungen und mit bestimmten mentalen Kontrollüberzeugungen erklärt werden kann. Diachrone Studien legen den Eindruck nahe, dass „gesunde“ Verhaltensweisen in oberen Schichten nicht nur deshalb eine bessere Gesundheit hervorrufen als in unteren, weil sie dort häufiger vorkommen, sondern auch weil sie (zumindest in den USA und in Großbritannien) in oberen Schichten eine positivere Wirkung als in unteren Schichten haben (Blaxter 1986). Wenn schichtspezifische Wissensbestände, Meinungen und Verhaltensweisen den Einzelnen mehr oder minder bewusst sind, heißt das noch lange nicht, dass sie leicht änderbar sind.

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