By Holger Lengfeld

In welcher Weise wirkt sich der Aufbau von Unternehmen und Verwaltungen auf die Lebenschancen von Menschen mit unterschiedlicher berufsbezogener Klassenlage aus? Ausgehend von Befunden aus der neueren Schichtungs- und Organisationsforschung zeigt diese Studie, dass berufsbezogene Klassenlagen und formale Organisationsstrukturen ihre Wirkung unabhängig voneinander entfalten. Alle abhängig beschäftigten Arbeitnehmer verdienen mehr oder sind länger beschäftigt, wenn sie z.B. in großen Arbeitsorganisationen oder in solchen mit internem Arbeitsmarkt tätig sind. Allerdings beeinflussen diese Organisationsstrukturen die Lebenschancen der in einer Gesellschaft am schlechtesten gestellten Erwerbstätigen am stärksten. Gering qualifizierte Arbeiter/innen und Angestellte können ihre Lebenschancen erheblich steigern, wenn sie Jobs in Organisationen mit vorteilhaften Verteilungsstrukturen finden. Umgekehrt können sie bei der Arbeitsplatzsuche auch mehr verlieren als es Facharbeitern oder den Angehörigen der Dienstklassen möglich ist. Diese Zusammenhänge werden anhand von empirischen Analysen mit US-amerikanischen Umfragedaten verdeutlicht.

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Statt anderer Hinz/Gartner 2005). 2 darauf hingewiesen, dass die Geschlechterverteilung einen emergenten Sorting-Effekt auf die Löhne aller Orga- 56 2. Horizontal organisierte Ungleichheit nisationsmitglieder nach sich ziehen kann. Würde man empirisch allein den Effekt der Geschlechterquote einer Organisation auf die Einkommenshöhe berechnen, ohne zu berücksichtigen, dass die Organisationsmitglieder sich im Hinblick auf die verteilungsrelevanten Merkmale der Bildung, des ausgeübten Berufs und der beruflichen Stellung voneinander unterscheiden, so würde der Sorting-Effekt auf der Organisationsebene überschätzt werden, während der Individualeffekt unterschätzt werden würde.

Werden Entscheidungsbefugnisse und Kompetenzen organisationsintern von einer hierarchischen Ebene auf eine darunter liegende dezentralisiert, so sinken die direkten Überwachungsmöglichkeiten, während die firmenspezifischen Qualifikationsanforderungen steigen. Ein Beispiel dafür ist die Einführung von teilautonomer Gruppenarbeit in der industriellen Produktion (vgl. Minssen 1999; Nordhause-Janz/Prekuhl 2000). Für Gruppenarbeit ist idealtypisch kennzeichnend, dass dispositive und koordinatorische Aufgaben von der untersten Hierarchieebene, vor allem den Meistern, an die in einer Gruppe zusammengefassten Arbeiter übertragen werden.

Andere Studien verwendeten offizielle Angaben der nationalen Statistikbehörden, die Angaben zur Branchenstruktur und zur Verteilung von Unternehmensgröße und Einkommen bereitstellen (vgl. z. B. Lester 1967). Nachteilig an diesen Daten ist, dass sie es aufgrund ihres hohen Aggregationsniveaus nicht erlauben, Kausalanalysen vorzunehmen. Zudem basieren die Daten zumeist auf Querschnittserhebungen, was die kausale Interpretation von statistisch messbaren Unterschieden zusätzlich erschwert. In den 1980er Jahren wuchs das Forschungsinteresse an der Organisationsgröße nochmals stark an.

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