By Henning Schluß

„Was ich selbst bereitwillig eingestanden habe als tief im Charakter der faith liegend, das Bestreben, Proselyten machen zu wollen aus den Ungläubigen, das ist es doch nicht, was once mich jetzt antreibt, auch über die Bildung der Menschen zu dieser erhabenen Anlage und über ihre Bedingungen zu Euch zu reden“ (Schleiermacher 1799/1983, S. 121). Daniel Friedrich Ernst Schleiermacher beschreibt zu Beginn seiner dritten Rede über die faith, die er an die „Gebildeten unter ihren Verächtern“ richtet und die die Bildung zur faith zum Thema hat, ein challenge, das für die Thema- sierung der faith im säkularen Zusammenhang charakteristisch ist. Beim Thema der Bildung zur faith ist aus der religiösen Binnenperspektive ein- gestehen, dass es im „Charakter der faith“ liegt, Proselyten machen zu w- len. Eine solche Perspektive, die aus einer faith heraus eingenommen wird, kann jedoch kaum allgemeingültige Gründe hervorbringen – so die implizite Befürchtung. Vielmehr wird sie unter dem Vorbehalt stehen, Predigt zu sein, die der Erbauung der Gläubigen dient oder aber der venture, die die Ungläubigen auf ihre Seite zu ziehen sucht. Schleiermacher sucht deshalb einen anderen Ausgangspunkt, den er sich für seine Reden wählt. Er nimmt selbst einen säkularen, nämlich bildungstheore- schen Standpunkt ein, von dem aus er für die Bildung zur faith argumentiert. Allerdings ist die Scheidung in den Theologen und den Bildungstheoretiker Schleiermacher in dieser Rede längst nicht so eindeutig, wie es der einleitend zitierte Satz nahelegen könnte. Immer wieder treten Argumentationslinien her- 1 vor, die eine deutlich religiöse Einfärbung aufweisen.

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Luther 1520/1897, S. 21. Alle Texte sind, wo nicht anders angegeben, der Kritischen Gesamtausgabe aus Weimar entnommen, die allgemein WA abgekürzt wird. Im Folgenden zitieret nicht wie sonst üblich; „WA, Band und Seite“, sondern unter konkreter Angabe der Schrift, um den jeweiligen Bezug ersichtlich werden zu lassen. Das Auftreten Luthers vor dem Reichstag bedeutete eine existentielle Bedrohung. Sein Gönner, der sächsische Kurfürst Friedrich der Weise, hatte zwar freies Geleit für Luther erwirkt, jedoch war die Festsetzung und Verbrennung des Jan Huß (1415) trotz königlichen Geleitbriefes noch in Erinnerung.

Hier ist der Mensch insofern frei, als Gott keine expliziten Gesetze vorgibt, sondern diese Gesetze mit den Mitteln der natürlichen Vernunft erkannt und zum Besten aller formuliert werden müssen. Diese Gesetze haben durchaus positivistischen Charakter, können also verschieden und veränderbar sein, sie müssen es sogar, um die Lage der Menschen zu verbessern. Luther selbst hielt sich hier mit Ratschlägen nicht zurück. 55 Sich gegen sie gewaltsam aufzulehnen, ist für Luther nicht hinzunehmen. 53 54 55 Vgl.

Bildsamkeit, als Vor39 „Luther ist der erste Theologe, der dem Kind einen prinzipiell anderen Status als dem Erwachsenen zubilligt“ (Retter 1996, S. 51, vgl. auch S. 51-54). Ein eigenes Kapitel widmet Carstens dieser Frage und weist nach, dass Luther, freilich theologisch motiviert, sogar zwischen drei Phasen früher, später Kindheit und Jugend unterscheidet (vgl. Carstens 1999, S. 161-172). 1 Die Pädagogik Martin Luthers – Versuch einer Rekonstruktion 31 aussetzung des Lernens, ist nur dort von Nöten, wo der Mensch nicht vollkommen gebildet ist.

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