By Marion Habersack

Gesundheit ist ohne den Körper undenkbar. Sie braucht ihn in seiner Gesamtgestalt, um sich zu manifestieren, sichtbar zu sein, „hergestellt“ zu werden und erhalten zu bleiben. Tatsächlich beschränkt sich das Interesse am Körper bzw. die – auch im Gesundheitswesen – ausgerufene Konjunktur des Körpers auf geschichts- und biografielose Körperteile. Marion Habersack zeichnet Bilder der Geschichte des Körpers entlang der Inventarisierung von (Körper-)Diskursen der Medizin, der Gesundheitswissenschaften sowie der Frauen- und Geschlechterforschung nach. Eine Literaturbewertung internationaler Public Health-Journale entlang der „Kategorien“ gender, intercourse, Interdisziplinarität, Determinanten, Gesundheit und Gesundheitsförderung vervollständigt das Bild der „unartikulierten Körper“.
Das Buch richtet sich an DozentInnen und StudentInnen der Gesundheitswissenschaften/Public well-being und Frauengesundheitsforschung sowie an MedizinerInnen und EthnomedizinerInnen.

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In den 1840er Jahren der MedizinalrefOl'mbewegung (deren vorderglündiges Anliegen in der Festlegung der vom Staat erwarteten Kenntnisse, Fähigkeitenlmd Fertigkeiten approbierter Ärzte liegt) kann sich die Medizin endglUtig etablieren. Die PositionielUng, als vom Laien vollkommen Abgegrenztes, wird zum erklärten Ziel der Arzteschaft. 24 Dementsprechend werden diejenigen Bestrebungen forciert, die die Weitsicht der Medizin als Privilegierungseinrichtung gewährleisten können. Erst dann ist gesundheitspolitische Freiheit möglich.

Nur sie ist dazu in der Lage, diese überhaupt kennenzulernen" (Göckenjan 1985, 151; Foucault 2005b). Vereinzelte Tendenzen in Richtung eines ganzheitlichen Menschenbildes (Leupoldt, Feuchtersleben) werden ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu GUllsten der modemen, naturwissenschaftlichen Medizin vollkommen aufgegeben. Gesundheit ist ab diesem Zeitplmkt zwar Thema, allerdings mit vollkommen veränderten Vorzeichen lmd Zielen. ) in desto größerem :Maße werden Kul1w- ood soziale Verhältnisse Bedingungen der Gesundheit, Krankheit und der Heilung.

Dynastie zit. 2 Erlernt aus der Welt - Leibphilosophie der Vergangenheit 33 In den archaischen Hochkulturen ist das Herz der Mittelpunkt des Leibes und gleichsam das ihn (den Leib) Übersteigende, ist Synonym für Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, ist Erkenntnis produzierend und da<; Daseinsprinzip schlechthin. Verliert das Herz die Mitte, so springt es, wird es trocken, tanzt es, wird es bitter, ist es überschwemmt, ist es schlicht uneben und bringt Stress und Mühe mit sich. Ein solcherart ,unebenes Herz' muss gewaschen werden (Herzwaschen), denn nur ein glattes Herz bedeutet seelisches Gleichgewicht.

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