By Susanne Romberg

Neugierde struggle es: Neugierde auf das, used to be nahezu jeder mit sich auskämpft, wenn ihn ein vor ihm liegendes leeres Blatt unerbittlich fordernd anstiert - fordernd nach einer Schöpfung aus dem Nichts, die sich des Wortes bemächtigt, gefaßt in unzäh­ ligen Kombinationen aus 26 bizarren Gebilden. Neugierde auch auf mich selbst: die Zumutung, mich als Verfasser I stets von neuem in Texten zu produzieren und dabei alle Fäden in der Hand zu halten, damit alles in Sätzen sitzt, wohlwissend, daß jedes Wort Folgen hat. Neugierde auch auf Analphabeten: diese Erwachsenen mit dem dringlichen, ja oft verzweifelten Wunsch, sich selbst in der Schrift zu haben, die ja nur vordergründig eine mit Schreibwerkzeugen auf Papier gebrachte Spur ist. Ihr Mut zu einem zwei­ ten Anlauf, die Schriftsprache endlich beherrschen zu lernen, und das damit stets verbundene Risiko, vom eigenen Unvermögen vorgeführt zu werden, lassen in dop­ peltem Sinne begreifen, was once hinter der Rede von der 'Macht der (geschriebenen) Sprache' steckt. Das vorliegende Buch ist die Arbeit, die vom Promotionsausschuß für den Doktor in den Erziehungswissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität Mün­ ster als Inaugural-Dissertation angenommen wurde. Einen besonders herzlichen Dank möchte ich meinem Doktorvater, Herrn Professor Dr. Klaus-Peter Klein, für seine Bereitschaft aussprechen, mich in kritischer und engagierter Weise betreut und gefördert zu haben. Seine fachlichen Ratschläge und vielfältigen Ermutigungen waren mir jederzeit eine wertvolle Hilfe. Zu guter Letzt soll nicht unerwähnt bleiben, daß diese Untersuchung durch ein von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster vergebenes Stipendium nach dem Graduiertenförderungsgesetz Nordrhein-Westfalens gefördert wurde.

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1O Atkinson (1964/1975, S. 420) konstatiert mit Blick auf die motivationale Basis einer Handlung, daß jene stets entweder von einer Aufforderungs- oder aber Vermeidungstendenz geprägt sei: Die Stärke der Motivation, ein Ziel zu erreichen, setzt sich aus der Hoffnung des Individuums auf Erfolg und der Furcht vor Mißerfolg zusammen. 11 Probleme bei der Realisierung von Zielen können zum einen in der Definition des Anspruchsniveaus, das die Erreichbarkeit eines Ziels und seinen Befriedigungswert kompensatorisch reguliert;2 und zum anderen in Unklarheiten des Individuums über seine eigenen Ziele liegen.

000 im Jahr 1990)44 und einer geschätzten Zahl von derzeit mindestens 4 Millionen funktionalen Analphabeten in der BRD eine ausreichende Handlungsgrundlage für die wissenschaftliche und bildungspolitische Förderung der Re-Alphabetisierung bietet,45 denn: Die Nachfrage nach entsprechenden Angeboten ist weitaus höher, was die steigende Inanspruchnahme von Schrei bservice-Einrichtungen46 ,Beratungsstellen und Beratungsmö glichkeiten bei Institutionen der Weiterbildung deutlich zeigt. 37 Vgl. Bestandsaufnahme mathematischer und literaler Kenntnisse im Arbeitsleben in: Castelino (1989); zur berufsnahen Förderung der Literalität Horne (1979); Forschungsüberblick in: Jacob/Crandall (1979); Erfahrungsberichtüberdie" 150-Stunden-Schule" der italienischen Metallarbeitergewerkschaft in: Moroni (1981).

9 Vgl. ](1980). 10 Vgl. Übersicht über Motivationstheorien in: Weiner (1980/1984), Heckhausen (1980). 11 Vgl. auch Heckhausen (1963); zum Zusammenhang zwischen Fähigkeits-, Wahrnehmungs-, Persönlichkeits- und Motivationskomponenten bei kognitiven Stilen Graumann (1966, S. ). 12 Vgl. vertiefend Lee (1977), ÖSterreich (1981). 55 denn das, was man weiß bzw. denkt, und wie man handelt, interagiert offensichtlich in substantieller Weise mit dem, was man fühlt. 13 Im Rahmen dieses Ansatzes werden Gefühle als sich selbst regulierende Handlungssysteme modelliert, die sich durch oftmals idiosynkratisch geregelte Wahrnehmungs-, Verarbeitungs- und Evaluationsprozesse in ständiger Interaktion mit der realen oder imaginierten bzw.

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